Endlich wieder daheim

25. June 2010 07:40

Letzte Woche Mittwoch war es endlich wieder soweit, wir konnten wieder alle nach Biliau fahren.
Das ganze hatte sich nochmal etwas verzögert weil unser Boot an der Unterseite noch gestrichen werdne musste und leider die richtige Farbe nicht gleich verfügbar war, außerdem kam noch der Queens Birthday, also der Geburtstag der Queen dazwischen. Nachdem der diesmal wieder auf ein Wochenende fiel musste er natürlich Montags nachgeholt werden… (das haben sie sich von den Australiern abgeschaut).

Unsere Überfahrt war richtig genial, das Meer spiegelglatt und Noemi und Enok haben fast die ganze Zeit geschlafen. Die ersten Tage waren wir erstmal wieder mit ankommen beschäftigt und natürlich wollten alle erstmal Enok bewundern, der schläft hier übrigens jede Nacht seine 11h, ein richtiges Anfängerbaby!

Nele und Noemi haben noch etwas Schwierigkeiten mit Tok Pisin, Nele versteht eigentlich alles, traut sich aber nicht so richtig zu sprechen, weil es könnte ja falsch sein und das wäre dann “einfach peinlich”. Noemi redet einfach jeden auf deutsch an und wundert sich dann warum sie nicht verstanden wird, aber es wird schon zunehmend besser. Am freudigsten wurde Clera, unser Hausmädchen von den Mädels begrüßt, die hingen fast den ganzen Tag nur an ihr.

Sehr schön ist es auch alle Koffer ins hinterste Eck räumen zu können, diese Koffer ein- und ausräumerei war ich schon ziemlich leid.

Markus wird dann im Juli wieder unterwegs sein, um Bibelarbeiten bei verschiedenen Dekanatssynoden zu geben. Es müssen nur noch die genauen Terminabsprachen getroffen werden, was mitunter gar nicht so einfach ist. Mittlerweile besitzt hier zwar fast jeder ein Handy, aber es ist immer noch zeitweise schwierig mit den Leuten in Kontakt zu kommen. Häufig werden nämlich die Handys zum laden direkt an eine Autobatterie angeklemmt was den Akkus oft nicht gut, oder auch gar nicht bekommt… dann hat man halt erstmal kein Handy mehr bis man sich wieder ein neues leisten kann, oder man leiht sich zeitweise einen Akku von jemandem.
Wir haben übrigens auch ganz auf Handy umgestellt, unser Telefon funktioniert schon seit geraumer Zeit nur noch sehr unzuverlässig und oft hat es mitten in Telefonaten einfach abgebrochen.

So long,
Christiane

Beiträge als E-Mail abonnieren

25. June 2010 07:39

Nach freundlichem Hinweis von Lore haben wir die Möglichkeit geschaffen, die jeweils neuen Beiträge per E-Mail zugesandt zu bekommen. Wer also nicht andauernd auf dieser Seite vorbeischauen möchte - um dann doch nur wieder enttäuscht zu werden, weil noch kein neuer Beitrag zur Verfügung steht - hat nun die Möglichkeit, sich rechts unter “Posts abonnieren” anzumelden.

Vielleicht und unter Umständen

4. June 2010 01:35

Die Wochen in Deutschland nach Enoks Geburt waren bei uns ziemlich ausgefüllt, mit “richtiger” Schul(Nele), Deutsch lernen (Noemi), Paßbilder machen (Enok), Freunde und Verwandte treffen, einkaufen, packen… und vielem mehr. Es war sehr schön viele von euch wieder zu treffen, auch wenn wir lange nicht so viele sehen konnten wie wir gewollt hätten. Vielen Dank euch allen, die ihr uns besucht habt oder die wir besuchen durften!
Vor allem natürlich durften wir uns an ein Leben zu fünft gewöhnen, wobei uns das sowohl Enok als auch die Mädels sehr einfach gemacht haben.

Mittlerweile sind wir wieder auf dem Weg zurück nach PNG.
Nachdem wir bis zu unserem Rückflugdatum am 23.5. immer noch kein Visum für Enok hatten konnten wir erstmal noch nicht nach PNG. Allerdings hatten wir einen Flug nach Singapore der nicht umbuchbar war, also sind wir halt erstmal nach Brisbane geflogen, nachdem es hier auch eine PNG-Botschaft gibt.
Viele waren schon fast etwas neidisch auf uns, dass wir so noch ein paar Tage Australien geniessen dürfen, aber wir sind einfach nur froh wenn wir endlich wieder nach Biliau dürfen. Noemi frägt jeden morgen: Jetzt Biliau fliegen? Wenn wir das dann verneinen kommt immer: “Oh, nein!”.
Auf pidgin würde man sagen: mipela les pinis (wir haben keinen Bock mehr).
Momentan stehen wir auf der Warteliste für einen Flug am Samstag, d.h. wir werden jetzt mal wieder unsere ganzen Koffer zusammenpacken und vielleicht unter Umständen morgen nach PNG fliegen, mal schauen…

so long Christiane

Enok Linus

27. February 2010 07:09

Heute war es nun so weit. Enok Linus wurde per Kaiserschnitt im Sankt Elisabeth Krankenhaus in Heidelberg geboren. Die Ärzte, Hebammen etc. haben super Arbeit geleistet und es war eine gute Geburt. Ein gaplanter Kaiserschnitt, weil Christiane bereits die beiden anderen Kids auf diesem Wege geboren hat und damit eine spontane Geburt zu gefährlich wäre.

Christiane ist noch etwas k.o., aber es geht ihr gut. Enok scheint völlig gesund zu sein, worüber wir sehr froh sind - gerade nach den kritischen Tagen im August.
Er wiegt 3260g und ist 52cm lang.
Enok ist eine Tok-Pisin Abwandlung des biblischen Namens Henoch, der in etwa “geweiht, auserkoren” bedeutet.

Vielen Dank für alle Gebete und das tolle durchtragen in der Ferne!

Markus

Lufthansa im Langstreckeneinsatz

23. February 2010 09:11

Ich sitze gerade in einem Lufthansaflieger auf dem Weg von Singapur nach Frankfurt (LH 779). Weil sowieso jeder über Lufthansa zu reden scheint hier ein kleiner Bericht zu meinen brandaktuellen Erfahrungen. Schließlich ist es mein erster Lufthansa-Flug. Bisher sind wir Singapor Airlines, Quantas oder Cathay Pacific geflogen, die letztlich alle vergleichbar waren - sprich den selben Standard hatten.

Einchecken am Lufthansa-Transit-Counter war kein Probelm und ging zügig vor sich, ebenso das spätere Boarding und da ist mir schon aufgefallen, dass die Flugbegleiter ausgesprochen freundlich und zuvorkommend sind. Dies hat sich jetzt auch nach 8 Stunden Flug bestätigt. Ein ganz dickes Lob an die Crew, wie sie mit den Passagieren umgeht - ich hätte nicht gedacht, dass meine Landsleute so freundlich sein können. Dabei eine kleine kulturelle Beobachtung: Die deutschen Flugbegleiter halten sehr viel Augenkontakt mit den Leuten und setzten ihn ganz bewusst ein - das würde bei einem Flug mit Cathay Pacific oder Singapore Airlines nie geschehen, weil es kulturell nicht angebracht ist, sich so offensichtlich anzusehen. Von Air Niugini gar nicht zu reden. Vielleicht erscheint uns deswegen der Service von Asiaten immer als sehr höflich, aber auch etwas kühl und zurückhaltend. Was der Augenkontakt doch ausmachen kann. Würde sich die Flugbegleiterin von Air Niugini, oder einer der ande
re asiatischen Airlines so verhalten wie die freundliche Lufthansa-Dame, wäre das platte Anmache - ungefähr so, wie wenn die Lufthansa Dame auf einmal ihre Bluse aufknöpfen würde…

Müsste ich Punkte vergeben würden die Flugbegleiter hier wirklich volle Punktzahl bekommen. Das Essen ist auch o.k., aber dann geht es schon los. Werden z.B. bei Cathay Pacific über Nacht immer Becher mit Wasser bereitgestellt und kleiner Knabberkram ist das hier nicht der Fall. Immerhin werden wir in regelmäßigen Abständen mit Wasser versorgt.
Das größte Manko ist aber, dass wir hier in der Entertainment-Wüste sitzen! Bereits 2000 hatte bei Singapore Airlines jeder Langstreckenjet Monitore im Sitz des Vordermannes, um zu spielen, Filme anzusehen oder Dokumentationen. Ebenso bei Quantas und Cathay. Dort laufen dann zig Filme, die im Kino aktuell sind und Klassiker - auf verschiedenen Sprachen. Ein Service, der es nicht in die Lufthansa Economy Class geschafft hat. Dagegen gibt es Fernseher, die immer wieder im Gang hängen und Einheitsprogramm. Dachte ich, dass wenigstens dort ein guter Film kommt - von wegen. Welche Filme es auch sein mochten, sie konnten mich leider nicht begeistern. Nicht anschaubar. Ach, da waren ja noch die Audiokanäle. Es hat lange gedauert, bis ich einen der 30 Kanäle fand, der halbwegs meinen Geschmack traf und nicht “arythmische-Inka-Panflöten-Musik” bot, wobei ich mir vorstellen könnte, dass den meisten Leuten hier (50+) durchaus etwas geboten wird mit den verschiedenen Musikrichtungen, die zu finden sind.

Wirklich posten kann ich diesen Blog natürlich erst später - Internetanschluss ist noch nicht im Flugzeug verfügbar, so viel ich weiß. Und selbst wenn, dann garantiert nicht bei Lufthansa. Schade um den Kranich…

In freudiger Erwartung,
Markus

New Release: P 3 ready for launching

23. February 2010 08:32

In den letzten beiden Monaten ist wieder so einiges geschehen, deswegen hier ein kleines Update:

Über Neujahr hatten wir Besuch von Florin und Leonie mit ihren Eltern Sabine und Tobias. Das war sehr schön! Dann sind wir schließlich alle zusammen aus Biliau herausgefahren nach Madang. Christiane ist auf Amron geblieben und wir sind weiter nach Lae zur diesjährigen Synode.

Nun hat die ELC-PNG wieder einen Bischof und sogar einen neuen Generalsekretär. Dass letzterer abgewählt wurde war eine kleine Überraschung, weil es im Vorfeld eigentlich so eingefädelt wurde, dass keine starken Gegenkandidaten aufgestellt wurden - ziemlich viel Politik eben innerhalb der Kirche, aber letztendlich hat sich das Kirchenvolk nicht an der Nase herumführen lassen.
Absoluter Höhepunkt auf der Synode war für mich der Besuch und die nur 15-minütige Rede der Bischöfin der evangelischen Kirche von West-Papua (keine Ahnung, wie die Kirche richtig heißt). Eine kurze Frau in schwarzem Colarhemd mit Bischofskreuz vor der Brust. Sieht aus wie eine Niugini-Frau redet auf indonesisch mit klarer deutlicher Stimme. Sie betont die Gemeinsamkeit der beiden Teile der Insel und der Menschen und noch viel mehr durch die Verbundenheit im christlichen Glauben. Dann redet sie über die Rolle der Frau in der Gesellschaft und Frauenordination - schließlich werden Frauen in der ELC-PNG nicht ordiniert, wie auch in ELC-Australia! Ich persönlich bin diesbezüglich emotionslos. Es ist eine innere Angelegenheit der ELC-PNG und auch in Bayern ging es nicht wirklich schnell vorwärts bei diesem Thema. Es braucht einfach Zeit. Außerdem habe ich den Eindruck, dass sich Niuginis nicht gerne von bayerischen Pfarrern (noch weniger von Pfarrerinnen, die mal kurz zu Besuch k
ommen!) sagen lassen, dass sie doch nun endlich die Frauenordination zulassen sollen. Nun steht aber diese Bischöfin am Rednerpult und spricht in klarem, mitreißendem Indonesisch, das Satz für Satz übersetzt wird und die Leute sind wirklich aus dem Häuschen. Fast alle freuen sich, klatschen nach jedem Satz - bis auf einige Pfarrer, die düster dreinblicken…

Am 18. Januar, nach der Synode flog Christiane mit den Kids dann nach Deutschland - sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin von P 3. Ich bin wieder nach Biliau zurück und habe gearbeitet. Etwas unterwegs gewesen und Besuche gemacht, wobei noch viel mehr möglich gewesen wäre, wenn nicht so viele Termine aus ganz unterschiedlichen Gründen ausgefallen wären.

Letzte Woche war ich dann schließlich wieder in Madang / Amron, um dem Lutheran Health Service zu helfen, eine Entbindungsstation für Biliau zu planen, Kostenvoranschläge einzuholen etc.

Nun bin ich auf dem Weg nach Deutschland und hoffentlich noch rechtzeitig da, um den neuen Erdenbürger in Empfang zu nehmen.

Markus

Happy Christmas

24. December 2009 09:00

Wir sind sehr schludrig geworden was bloggen anbelangt, aber nichts desto trotz wollen wir euch allen auf diesem Weg Weihnachtsgrüße senden.

Die Advents und Weihnachtszeit ist hier immer ein bisschen spannungsgeladen. Viele nutzen die Chance und betrinken sich sinnlos, um dann allen möglichen und unmöglichen Unfug anzustellen. Oft hört man “long Christmas planti man i kamap longlong” - an Weihnachten drehen viele durch. Irgendwie scheint das zu dieser Zeit zumindest teilweise o.k. zu sein. Um das ganze etwas einzudämmen gibt es in Madang schon seit anfang Dezember keinen Alkohol mehr zu kaufen und von 22.00 bis 6.00 herrscht Ausgangssperre. Da sind wir doch immer wieder froh so weit weg zu sein.

Wir liegen ansonsten in unseren letzten Vorbereitungen für unseren Heimaturlaub. Bereits Mitte Januar werde ich mit den Mädels nach Deutschland kommen. Nachdem wir neulich gehört haben, dass es dort -17 Grad hat, habe ich mit den Mädels ausprobiert wie kalt das ist, aber unsere Gefriertruhe hatte “nur” -12, das war ihnen allerdings auch schon viel zu kalt. Nele meinte daraufhin nur, dass man da ja gar nicht leben kann (sie braucht hier spätestens bei 23 Grad plus einen Pullover und eine lange Hose!).

Bei strahlendem Sonnenschein und schön warmen Temperaturen wünschen wir euch allen Gottes reichen Segen und ein behütetes Weihnachtsfest!

Christiane