Weihnachten und so

24. December 2011 21:36

Wir sind jetzt also mehr oder weniger erfolgreich umgezogen. Das ganze hat sich leider über längere Zeit hingezogen, nachdem Lutheran Shipping just an dem Tag als sie unser Cargo in Biliau holen sollten begonnen hat zu streiken. Da saßen wir 1 Woche auf gepackten Tonnen und Kisten und harrten der Dinge die da kamen. Als es endlich soweit war gab es noch einen sehr tränenreichen Abschied und wir waren sehr froh uns entschieden zu haben gleich am selben Tag wie unser Cargo Biliau zu verlassen. Noch mehr Abschied hätten wir alle nicht ertragen.

Danach hatten wir kaum noch Zeit unser Auto und unser Boot zu verkaufen, weil wir ja nach Lae und dann weiter nach Finschhafen mussten. Es gibt von Lae einen relativ regelmässigen Schiffsverkehr von Luship mit einem Katameran. Da ist man so 3-4 Stunden unterwegs, es gibt sogar eine 1.Klasse mit zerschlissenen Kunstleder-Eckbank und manchmal funktionierender Klimaanlage. Leider sind wir alle nur Dhingi, also kleine Motorboote an frischer Luft gewöhnt und so haben die Mädels beide gut “Fische gefüttert”, obwohl das Meer wirklich sehr ruhig war. Mir ging es auch nicht besonders und ich glaube das nächste Mal pfeifen wir auf die Ledereckbank und lassen uns lieber den Wind ein bisschen um die Nase wehen.

Logaweng unser neuer Wohn und Wirkungsort ist eine Ausbildungsstätte für lutherische Pastoren, aber dazu ein andermal mehr.
Es liegt sehr schön, ca. 300m über dem Meeresspiegel und man hat wirklich einen Klasse Bilck aufs Meer. Unser Haus ist schön groß und geräumig. Leider auch ziemlich vollgestopft von diversen Vorbewohnern. Da waren wir erstmal nicht so böse, das es wieder mal Verzögerung mit unserem Cargo gab und wir erst mal Tabularasa und eine Putz und Säuberungsaktion durchführen konnten.
Außerdem kamen wir noch passend zur Graduation des diesjährigen Pastorenjahrgangs, es wurde uns also in keinsterweise langweilig.

Nele hat schon eine neue Freundin gefunden, obwohl sie ihren Freunden in Biliau immer noch sehr nachtrauert. Noemi erkundet mit ihrem Fahrrad die Umgebung. Und Enok ist schon kleiner “wokboi” (Arbeiter) im wokshop vom Seminar, der gleich hinter unserem Haus ist, da rennt er nämlich am liebsten hin um sich an einem der vielen kaputten Rasenmähern zu schaffen zu machen.

Wenn sich unser Chaos mal gelegt hat und wir aus unserm Urlaub aus Australien zurück sind werden wir mal ausführlicher zu unserem neuen Wohnort und was wir hier eigentlich tun bloggen!!

Wir wünschen euch jetzt erstmal ein gesegnetes Christfest und einen gutes erfülltes neues Jahr!!!

Christiane, Markus und die kids

Weitere Infos unter
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http://www.paulsteiner.de

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Umzug a la PNG

2. November 2011 14:09

Jetzt ist es bald soweit am 14. oder 15. November soll unser Cargo hier in Biliau abgeholt werden. Wahrscheinlich kommt es dann Ende November in Finschhafen an.
Die heiße Phase des Packens hat begonnen, wurde aber leider immer wieder kranheitsbedingt unterbrochen. Mittlerweile sind aber alle wieder relativ fit.

Letzten Sonntag gab es dann noch großes amamas-kaikai (Festessen) mit den Biliaus und einigen die noch aus anderen Orten kamen. Es gab ein großes Mumu, das ist ein Erdofen, der wurde mit Schwein, Huhn und allem möglichen Gemüse gefüllt. Das Schwein bekam sogar eine Spezialbehandlung: es kam erst für einige Stunden in einen sog. Drum-Oven. Das ist ein Ofen aus einer großen Metalltonne hergestellt. Erst danach kam es in den Erdofen, so war es wirklich durch und nicht wie so oft, dass es noch ein paar halbgare Stellen gibt. Sogar richtiges Gulasch mit Karotten und Kartoffeln haben wir bekommen. Die Kids haben jedoch die Schweinestücke direkt aus dem Mumu mit Kaukau (Süßkartoffel) und Yam dem Gulasch vorgezogen, sind halt einfach Niugini-Kinder!
Danach gab es noch ein paar Reden, aber die wurden ziemlich kurz gehalten, weil Markus noch immer etwas wackelig auf den Beinen war (er hat sich die Woche davor eine Malaria begleitet von einer Bronchitis eingefangen). Und am Schluß noch großes sekhan (händeschütteln) mit haufenweise Geschenken.

Diese Woche werden wir noch ein paar Leute einladen, wie z.B. Honeringke und seine Familie. Sie sind hier unsere direkten Nachbarn und wir haben ihnen wirklich sehr viel zu verdanken und auch sehr viel von ihnen gelernt. Und so heißt es nach und nach Abschied nehmen, was uns in manchen Fällen wirklich sehr schwer fällt. Vor allem Nele kostet hier ihre Zeit noch richtig aus, ihr wird es hier mit am schwersten fallen. Noemi versteht es noch nicht so ganz, dass sie ihre Freunde nicht mitnehmen kann, sie freut sich vor allem auf das Trampolin, das in Logaweng schon auf sie wartet…
Enok wird seine “namba tu mama” (zweite Mama) sehr vermissen, zu Clera sagt er nämlich auch Mama…

Also die Zeit momentan ist einfach sehr anstrengend körperlich wie emotional. Wir gehen zwar nicht aus PNG aber viele hier aus Biliau werden wir wahrscheinlich nicht mehr sehen.
Aber wie es hier so schön heißt “mipela i go wantaim sori na wantaim amamas” - wir gehen traurig aber auch freudig, freudig auf das was wir hier erleben und teilen durften aber auch freudig auf die neuen Aufgaben in einem Seminar.

Unsere neue Adresse lautet übrigens:

Senior Flierl Seminary
Paulsteiner family
Privat Mailbag Logaweng
Finschhafen
Morobe Province
PNG

So long,
Christiane

Regen wo bleibst du

13. October 2011 16:53

Von Anfang Juli bis Ende September hatten wir keinen Regen, da hatte ich schon mal folgenden Blog angefangen, aber wie so oft nicht ganz fertig bekommen:
Jetzt haben wir es doch noch geschafft: unser Wasservorrat ist fast ganz erschöpft und es ist kein Regen in Sicht.
Seit mittlerweile 3 Wochen gehen Clera, unser Hausmädchen und ich zum Wäsche waschen an einen kleinen Fluß, was jedes mal fast einen halben Tag in Anspruch nimmt. Die Kids finden das Klasse und geniessen es mit ausgiebigem baden. Mittlerweile haben wir schon einige Tonnen mit Wasser an einem Fluß gefüllt um das ganze zum Duschen und für die Toilette zu benutzen (es ist der gleiche Fluß in dem wir Wäsche waschen und aus dem trinkt normalerweise auch keiner, zumindest nicht an der Stelle wo wir Wasser holen) Es gibt jeden Abend fast schon einen Wettbewerb wer mit dem wenigsten Wasser duschen kann. Momentan hält Markus den Rekord mit 5 Litern, ich fühle mich allerdings mit meinen Haaren etwas benachteiligt;-(

Ende September kam dann endlich der ersehnte Regen, innerhalb einer Nacht sind unsere 4 Tanks übergelaufen und die Mädels haben am nächsten morgen noch ausgiebig “waswas rain” (waschen bzw. duschen im Regen) gemacht. Mittlerweile sind alle Wassersparmaßnahmen eingestellt worden.

Auch sonst hat sich bei uns einiges getan seit unserem letzten Blog (ist ja auch zu unserer Schande schon etwas her).
Zum einen hatten wir von Mitte Juli bis Ende September Paul bei uns, er hat dieses Jahr Abi gemacht und wollte mal für ein paar Monate nach PNG. Er hat hier glaube ich ein paar gute Eindrücke sammeln können, vom schlafen in Buschhütten über wie benutze ich eine Motorsäge und Tischkreissäge über Unterrichten einer manchmal schon vorpupertierenden 3. Klässlerin. Eigentlich gehörte er schon zur Familie, einmal wurde ich nämlich schon von einer Mama gefragt: Na pikini man bilong yu we?(Wo ist den dein Sohn?). Wir vermissen ihn schon.

In der letzten September Woche hat dann noch die National Yut Konferens, der Lutheraner in unserm Cicuit (Dekanat) stattgefunden. Wir waren sehr froh. dass das Treffen nicht direkt in Biliau sondern ca. 15km entfernt in Saidor war. Zum einen gibt es dort bereits eine große Halle die genug Leute fassen kann und außerdem auch, was sehr wichtig ist einen sehr großen Fluß in der Nähe, das heißt genug Wasser. Markus hat dort zusammen mit Matei Ibak (ein einheimischer Pfarrer) die Bibelarbeiten gehalten. Es kamen schätzungsweise 5000 - 7000 Leute (je nachdem wen man frägt). Und das ganze nur mit Schiffen, Booten oder zu Fuß, weil es keinerlei Möglichkeit über den Landweg gibt (außer man wohnt halt in der Nähe und kann hinlaufen). Nele ist mit Clera dorthin gelaufen und ist immer noch ziemlich stolz, dass sie dort dabei sein durfte :-)
Der Rest von uns ist in dieser Zeit schon mal zum deutschen Familienretreat,d as ist das Treffen aller deutscher Mitarbeiter in der ELC-PNG mit einem PMV Boot, also einen Art Taxi zu Wasser gefahren (das “Taxi” besteht normalerweise aus einem Bananaboot mit 40-60 PS).

Einen wichtigen Punkt haben wir noch zu unserer Zukunfstplanung: Wir werden voraussichtlich im November nach Logaweng umziehen. Wir haben dorthin ein “singaut” (”Ruf”) erhalten. Das ganze liegt in der Finschhafen-Region und ist ca. 100km westlich von Lae. Der ganze Umzug erfolgt “übers Wasser”. Das bedeutet zu uns wird ein Landungsboot kommen (die kennt man aus Filmen wo die Landung der Allierten in der Nomandie gezeigt wird), die wird unsere Sachen nach Madang bringen, von dort wird alles auf ein Container-Schiff geladen und nach Finschhafen gebracht. Soweit der Plan, mal schauen ob das alles auch so funktioniert. Auf Logaweng (liegt ca. 200m über dem Meeresspiegel) gibt es ein Seminar zur Pastorenausbildung in der Lutherischen Kirche hier. Markus wird dort zukünftige Pfarrer unterrichten und ich wahrscheinlich zukünftige Pfarrfrauen (wenn ich das mit den Kids und homeschooling noch gut unter einen Hut bringe). Doch davon später noch mehr.

So long, Christiane

Mi digicelim yu

13. March 2011 17:28

PNG ist mittlerweile sehr gut mit einem Mobilfunknetz ausgestattet (bis auf wenige Ausnahmen). Teilweise kann das auch sehr nervig sein, wenn man spät nachts von irgendwelchen wildfremden Leuten, in 99,9% der Fälle Männer Anrufe bekommt.

Das läuft dann häufig nach diesem Schema (und das nicht nur bei mir):

Ich: Hallo?
WM (wildfremder Mann): Hello
Ich: Wer bist du?
WM: Wer bist du?
Ich: Sag du mir erstmal deinen Namen, du hast schließlich diese Nummer gewählt
WM: Wer bis tdu?

Das geht dann oft so lange hin und her bis ich genervt auflege. Mittlerweile gehe ich nach 8 Uhr abends nur noch ans Mobile wenn ich die Nummer kenne.
Mi digicelim yu, also eine Anmache am Mobile wird hier zunehmend ein Hobby von Jugendlichen, aber auch Älteren, man könnte es Neudeutsch wohl am besten mit daten übersetzten und es ist auch mittlerweile nichts ungewöhnliches mehr für Mädels hier Heiratsanträge am Telefon zu bekommen, sei es gewollt oder ungewollt.

Allerdings geht auch ein großer Segen von dieser Kommunikation aus, was wir gerade unlängst wieder am eignen Leib erfahren durften. Vor Japans Küste gab es das stärkste Erdbeben das jemals in Japan gemessen wurde und bei uns liefen die Mobileleitungen heiß um vor einem Tsunami zu warnen. Selbst der größte und eigentlich einzige sehr gut funktionierende Mobilfunkbetreiber Digicel hat eine Warn- SMS an alle Mobilfunkhalter geschickt.
Wir wurden mehrfach sowohl von weißen Mitarbeitern als auch Einheimischen angerufen und konnten so auch alle Küstendörfer um uns herum warnen ein Auge auf das Meer zu haben. Außerdem konnten wir dank eines online Tsunami Warndienstes, verfolgen wie sich die Welle augebreitet hat, bzw. recht schnell abgeebt ist. Ins Internet kommen wir auch nur so. Vielen Dank Digicel!

Gruß, Christiane

Alles vorbei

19. October 2010 23:59

Jetzt komme ich endlich mal wieder dazu zu schreiben und zu berichten wie das “große” Fußballtunier so verlief.
Zuerst einmal kam es noch zu einigen Tagen Verspätung, da einige der Vorbereitenden annahmen Sir Arnold Amed (der Govenor der Madang Provinz) würde persönlich zur Eröffnung erscheinen. Dem war allerdings nicht so. Und nachdem sich dann einige Mannschaften schon beschwert haben und ihre Teilnahmegebühr zurückgefordert haben ging es dann endlich los.
Wir hatten von unserem Hügel aus die besten Plätze und unsere Nachbarn hatten eine große Folie zum draufsitzen ausgelegt. Das wurde immer gut genutzt. Zusätzlich zu dem Fußballtunier gab es noch ein Volleyballtunier für Frauen, da haben 9 Mannschaften teilgenommen. Die ersten Tage verliefen ziemlich ruhig und auch nachts war es im Ort selbst relativ ruhig. Nur gegen Ende als es dann ins Halbfinale ging waren viele nicht mehr so ganz einverstanden. Es war etwas undurchsichtig welches Team denn jetzt eigentlich noch im Rennen ist und es gab auch keine Tafel oder öffentliche Bekanntmachung wie denn nun der Stand ist. Am Sonntag gab es dann auf dem Fußballfeld einen Gottesdienst und erst am Nachmittag wurde wieder gespielt.
Die letzten beiden Spiele waren dann richtig spannend, allerdings nicht wegen der spielerischen Leistung. Bei dem Spiel um Platz 3 wurde eine Ecke gegeben die wohl ungerechtfertigt war (haben das leider nicht gesehen), danach haben die Spieler einfach aufgehört zu spielen und sich zu der Tunierleitung gesetzt und erstmal eine Stunde rumdiskutiert.
Beim Endspiel ging es dann richtig zu Sache, es war eine Mannschaft aus Biliau und die andere war von der Tunierleitung bunt zusammengewürfelt. Es gab im Vorfeld schon Diskussionen, weil die Mannschaft aus Biliau sich wohl einen guten Torwart aus der Stadt und auch noch so einige sehr gute Spieler von Karkar dazu geholt hatten. Während dem Spiel ist die Stimmung dann immer mehr gekippt, alle haben nur die Biliaus unterstützt und als dann die gegnerische Mannschaft ein Tor geschossen hat, haben ein paar Jugendliche am Spielfeldrand ihre Steinschleudern gezückt und einige Spieler “abgeschossen”, einer hat einen Stein in den Bauch gekriegt. Da haben sie es mit der Angst zu tun bekommen und sind in alle Richtungen vom Spielfeld gerannt.
Danach gab es sehr viel toktok, es saßen nur noch Männer und Jungs auf und an dem Spielfeld und es ging ziemlich heftig zu (allerdings nur mit Worten). Es wurden sehr viele Reden geschwungen um die ganze Meute zu beruhigen. Das beste war, man hat sich darauf geeingt das Endspiel am nächsten Tag nachzuholen, aber gleichzeitig schon mal den Pokal weitergereicht. Was natürlich dazu geführt hat, dass es kein Endspiel mehr gab…
Das ganze war am Montag, eigentlich hätte da schon die Schule wieder beginnen sollen. Da ist natürlich keiner hin. Die Schule ging dann erst mit einer Woche Verspätung wieder los.
Viele sind froh, dass das ganze einigermassen ruhig von statten ging und es endlich vorbei ist, aber es gibt schon Pläne für nächstes Jahr…

Nele und Noemi haben die Woche sehr genossen, sie durften nämlich mit zu Clera unserem Hausmädchen zum Schwein schlachten und natürlich essen. Wir haben dann auch noch einen Brocken davon bekommen, sehr lecker.

So long,
Christiane

Fußball a la PNG

27. September 2010 10:03

Die WM ist lang vorbei, und alle hier waren auch in einem ziemlichen Fußballfieber. Wenn wir gerade mal einen guten Empfang hatten, hat Markus die Spiele auf Großleinwand gezeigt. Da war es hier meistens zwischen 0:00 und 3:00 nachts. Aber es kamen trotzdem Massen von Leuten.
Jetzt ist Biliau wieder im Fußballfieber. Der Govener von der Madang Province hat einen Pokal gesponsert und um den wird ab dem 29. September gespielt. Zuerst sollten 16 Teams zugelassen werden, zwischendurch die Zahl auf 12 reduziert, um dann die Anzahl wieder auf 16 zu erhöhen. Der Termin wurde auch schon mehrfach nach hinten verschoben. Mal sehen, wann es wirklich los geht.
Schon seit Monaten wurde jeden Nachmittag trainiert und Samstags kamen die Teams aus der näheren Umgebung zu sogenannten Freundschaftsspielen.
Vor zwei Wochen wurden dann einige der Teams die schon angemeldet sind (ist ja noch soo lange hin…) namentlich verlesen. Danach haben noch ein paar Jugendliche ordentlich gebechert.
Sogenannten yawa, selbstgemachtes Bier (eher stärker und vorallem zum Teil mit Methanol versetzt, also nicht das gesündeste Gebräu), hier bei uns wird es aus vergorenen Bananen hergestellt. Danach gab es dann eine ziemliche Rauferei, zwischen den Jugendlichen aus den verschiedenen Dörfern. Vor allem haben sie rumgegröhlt und sich gegenseitig die Nasen eingeschlagen. Nele meinte nur ich soll sie doch mal zusammenstauchen, dass sie Ruhe geben, aber zum einen waren sie zu weit weg und zum anderen ist das besser wenn man es am nächsten Tag im nüchternen Zustand macht ;-). Einige haben versucht die Raufbolde auseinander zu kriegen und heim zu schicken, einige sind dann noch gröhlend durchs Dorf gelaufen. Wir haben sie nur von weitem gehört, weil sich nachts eigentlich keiner an unser Haus traut, wegen
Swip, unserem Hund. Trotzdem hat wohl die ganze Nacht ein Sohn von Mireka (unsere ehemalige Frauenbeauftragte) Wache gehalten und geschaut ob es uns da oben auf dem Hügel auch gut geht. Wir sind hier also wirklich gut behütet.

Die Vorraussetzungen für einen ruhigen Spielverlauf sind also nicht gerade die besten, auch wenn die Rauferei mittlerweile wieder “gestretet” also das Problem aus der Welt geschafft wurde. Und zwar mit einem Huhn ein paar Kina, die die Besitzer wechselten und einem Handschlag. Allerdings trauen die meisten diesem Frieden nicht so ganz, weil sich nicht alle Verursacher dieser Schlägerei auch an den “Friedensverhandlungen” teilgenommen haben und der Konflikt auch nicht jetzt erst aufgetreten ist sondern schon länger vor sich hin schwielt.

Hinzu kommt, dass es einige Teams gibt die die ganze Woche hier untergebracht und versorgt werden müssen, weil sie von weiter weg anreisen.

Das ganze bereitet ein Team von ca. 6 Männern vor. So genau kann man das nicht sagen, weil einige einfach nur gerne ihren Namen in dieser Organisationsgruppe hätten. Ausnahmslos alle in der Gruppe sind nicht gerade die großen Organisatoren und bei einigen ist es sogar häufig so wenn sie dabei sind, läuft sicher was schief. Was auch bezeichnend ist: keiner aus dem Dorf der sonst etwas zu sagen hat, bzw. der Autorität hat ist in diesem Team; die halten sich alle sehr bedeckt.
Das ganze wird in bester niugini Manier bestritten: die Übernachtung, sollte zuerst direkt am Strand unter selbstmitgebrachten Plastikplanen stattfinden, es wurde aber bald eingesehen, dass das für eine Woche vielleicht nicht so optimal ist. Jetzt dürfen die Teams in den Klassenzimmern der Primary School schlafen. Nachdem eh Schulferien sind ist das auch kein Problem. Außerdem ist praktischerweise ein Lehrer aus der Schule in der Organisationsgruppe.

Sonstige Versorgung: die Teams sollen halt was zu Essen mitbringen und sich den Rest kaufen. Klingt ja ganz vernünftig, hat jedoch einige Haken. Es werden fast nur Jungs und Männer kommen und nachdem wir hier noch weit von der Emanzipation entfernt sind, werden sie zum einen nicht unbedingt dran denken die nötigen Lebensmittel mitzubringen, und wer soll kochen und woher kommt das ganze Feuerholz?
Zum zweiten ist das mit dem dazukaufen natürlich ein schöner wirtschaftlicher Anreiz für Biliau und alle hier sind auch schon ganz scharf darauf einen Marktstand (der natürlich auch was kostet) zu ergattern um gute Geschäfte zu machen. Aber die wenigsten von Auswärts werden genug Geld bei sich haben, sich für vorr. eine Woche jeden Tag 1-2 komplette Mahlzeiten kaufen zu können. Einige Leute hier machen sich schon Gedanken um ihre Gärten, vor allem die in der näheren Umgebung, ist ja verlockend sich da direkt zu bedienen, vorallem wenn man richtig Hunger hat.

Zur Zeit werden auch schon eifrig Klohäuschen ausgebuddelt und Umzäunungen mit Bananenblättern gemacht.
Clera und ich haben uns da neulich richtig amüsiert. Sie werden nämlich mitten in der Landschaft auf einem Art brachliegendem Acker errichtet. Clera meinte, da können wir von hier oben immer checken wer wie oft aufs Klo rennt. Dazu muss man wissen, dass alles was mit Ausscheidungen zu tun hat hier ziemlich tabu ist. Darüber spricht man einfach nicht (höchstens im zusammenhang mit Krankheit, oder Kinder untereinander oder man kennt jemand richtig gut). Und Toilettenhäusschen, werden entweder auf einem Steg über dem Meer errichtet, oder irgendwo versteckt zwischen Bäumen. Und man verschwindet meist möglichst unauffällig darauf, vor allem bei einer solchen Menschenansammlung. Hier hat man jedoch keine Möglichkeit dazu, weil die Häusschen wirklich direkten freien Blick aufs Fußballfeld und auch die sonstige Umgebung bieten, also mal gespannt wie die angenommen werden, bzw. wie viele lieber so in den Busch verschwinden.

So long,
Christiane

Endlich wieder daheim

25. June 2010 07:40

Letzte Woche Mittwoch war es endlich wieder soweit, wir konnten wieder alle nach Biliau fahren.
Das ganze hatte sich nochmal etwas verzögert weil unser Boot an der Unterseite noch gestrichen werdne musste und leider die richtige Farbe nicht gleich verfügbar war, außerdem kam noch der Queens Birthday, also der Geburtstag der Queen dazwischen. Nachdem der diesmal wieder auf ein Wochenende fiel musste er natürlich Montags nachgeholt werden… (das haben sie sich von den Australiern abgeschaut).

Unsere Überfahrt war richtig genial, das Meer spiegelglatt und Noemi und Enok haben fast die ganze Zeit geschlafen. Die ersten Tage waren wir erstmal wieder mit ankommen beschäftigt und natürlich wollten alle erstmal Enok bewundern, der schläft hier übrigens jede Nacht seine 11h, ein richtiges Anfängerbaby!

Nele und Noemi haben noch etwas Schwierigkeiten mit Tok Pisin, Nele versteht eigentlich alles, traut sich aber nicht so richtig zu sprechen, weil es könnte ja falsch sein und das wäre dann “einfach peinlich”. Noemi redet einfach jeden auf deutsch an und wundert sich dann warum sie nicht verstanden wird, aber es wird schon zunehmend besser. Am freudigsten wurde Clera, unser Hausmädchen von den Mädels begrüßt, die hingen fast den ganzen Tag nur an ihr.

Sehr schön ist es auch alle Koffer ins hinterste Eck räumen zu können, diese Koffer ein- und ausräumerei war ich schon ziemlich leid.

Markus wird dann im Juli wieder unterwegs sein, um Bibelarbeiten bei verschiedenen Dekanatssynoden zu geben. Es müssen nur noch die genauen Terminabsprachen getroffen werden, was mitunter gar nicht so einfach ist. Mittlerweile besitzt hier zwar fast jeder ein Handy, aber es ist immer noch zeitweise schwierig mit den Leuten in Kontakt zu kommen. Häufig werden nämlich die Handys zum laden direkt an eine Autobatterie angeklemmt was den Akkus oft nicht gut, oder auch gar nicht bekommt… dann hat man halt erstmal kein Handy mehr bis man sich wieder ein neues leisten kann, oder man leiht sich zeitweise einen Akku von jemandem.
Wir haben übrigens auch ganz auf Handy umgestellt, unser Telefon funktioniert schon seit geraumer Zeit nur noch sehr unzuverlässig und oft hat es mitten in Telefonaten einfach abgebrochen.

So long,
Christiane