Auf ins Vikariat

27. November 2014 20:35

Hi

Einer meiner Lieblingsgottesdienste hier im Seminar ist, wenn kurz vor der Graduation der Seminarabgänger die Studenten im 3. Jahr zu ihren Vikariatsstellen ausgesendet werden. Erst während des Gottesdienstes erfahren sie das Dekanat und den Seket (Circuit) in dem sie das kommende Jahr mit ihren Familien verbringen werden. Oft ist das von vielen ‘Tstststs’ und ‘Ahh’ und ‘Ohhs’ begleitet und die meisten sind sehr aufgeregt. Besonders viel raunen gibt es immer wenn jemand sehr weit weg kommt (das sind normalerweise nur Singlestudenten) oder Leute von der Küste ins Hochland oder umgekehrt geschickt werden. Aber irgendwie fiebert immer das ganze Seminar mit und es ist wirklich ein sehr schönes Gemeinschafsterlebnis, besonders ist immer das der Segen wirklich direkt mit der Aussendung verbunden ist.

Ich kann mich noch gut erinnern als der Brief mit Vikariatsort und Mentor/in in Heidelberg ankam, Markus war da grad auf einem Seminar und ich fand es irgendwie blöd den Brief ganz alleine aufmachen zu müssen. Zu meiner Schande muss ich bekennen das ich dann erstmal den Autoatlas rausgezogen hab um Bobingen überhaupt zu finden…
Da find ich doch das System hier wesentlich schöner.
Also morgen ist es wieder soweit und ich habe mich schon mit einigen Studentenfrauen unterhalten wie das wohl wird und wo sie wohl hinkommen werden…
Leider bleibt für mich der Überraschungseffekt morgen aus – Markus hat mir schon die Liste gezeigt…

Übrigens, Markus hat einen Generator gekauft, hat nur leider nicht genug Power um die starke Anfangslast der Wasserpumpe zu überwinden. Aber immerhin konnten alle Zeugnisse und sonstigen Sachen gedruckt werden…und seit heute 17:00 haben wir sogar wieder richtig Strom!!!
PNGPower hat sich wirklich ins Zeug gelegt.

So long,

Christiane

Stromlos

19. November 2014 20:20

Hi,

letzten Samstag habe ich meine letzte Hausarbeit für diese Semester abgegeben, damit habe ich jetzt schon inoffiziell Semesterferien- und das bis Ende Februar (!), und somit Zeit mal wieder etwas unseren Blog zu pflegen.
Hier in Logaweng laufen die Vorbereitungen auf die Graduation nächste Woche. Leider sind wir seit letzter Woche Donnerstag ohne Strom. Wir hatten von Mittwoch auf Donnerstag einen so starken Sturm der die eisernen Strommasten umgebogen hat, bzw. Bäume umgeknickt die darauf gefallen sind. Uns wurden Wochen bis zur gesamten Reparatur veranschlagt. Das Hauptproblem für das Seminar ist dass damit auch die Wasserpumpe ausfällt und jetzt alle zu den verschiedenen Flüssen und Tümpeln laufen müssen und Wassereimer zu ihren Häusern schleppen (Nele ist da fleissig dabei). Das andere Problem sind die Toiletten, die leider keine richtigen Plumsklos sind, sondern schräg ablaufen und somit eigentlich immer mit Wasser nachgespült werden sollten. Eigentlich ein ziemlicher Quatsch, und jetzt ein Problem, da die Klos völlig verdreckt sind…dazu kommt das während der Graduation ungefähr 5mal soviele Leute hier auf dem Seminar sind wie zu normalen Zeiten.
Deshalb haben die Lehrer jetzt beschlossen einen Generator für die Zwischenzeit anzuschaffen (Markus ist gerade dabei einen zu besorgen). Weitere Probleme sind nämlich auch das keine Zeugnisse ausgedruckt werden können und viele Lehrer ihre Noten nur auf dem Laptop haben… Glücklicherweise haben wir noch unseren kleinen Generator den Markus in Biliau öfters mit in verschiedenen Dörfer zum Film schauen geschleppt hat. Der läuft jetzt ca. 8h am Tag und daran werden dann alle Laptops, Mobiltelefone und Smartphones aufgeladen die sowohl Lehrer als auch Studenten besitzen. Dadurch haben wir auch noch einen zumindest halbwegs kalten Kühlschrank. Für die Gefriertruhe zählt das leider nicht und so haben, eigentlich alle Missionare in den letzten Tagen einen ziemlichen Fleischüberhang, weil ja alles wegmusste- viele Studenten kamen so in den Genuss eines Steaks oder sonstiger Fleisch-Leckereien.

Es ist schon irrsinnig wie abhängig man von einer einigermassen geregelten Stromzufuhr ist. Leider merkt man die meisten Abhängigkeiten erst wenn sie mal nicht mehr zur Verfügung stehen.
Wir hoffen jetzt erstmal das Markus einen einigermassen guten Generator für die Wasserversorgung findet und PNG Power, der staatliche Stromanbieter gut mit den Reparaturen vorankommt.

So long,

Christiane

PNG live – Stau im Paketzentrum

17. Oktober 2013 23:03

Hi

wir melden uns leider nie mehr richtig.
Aber uns geht es hier in PNG immer noch sehr gut und wir freuen uns über jedes Mail.
Den Sommer durften wir ja dieses Jahr in Deutschland verbringen, was wir sehr genossen haben, aber wir sind auch einfach wieder froh zu Hause in PNG zu sein.

Heute schreibe ich mal aus einem ganz kuriosen Grund.
PostPNG, bzw. einer der oberen Manager, hat vor einigen Wochen beschlossen keine Päckchen und Pakete von “Deutsche Post DHL” mehr weiterzuschicken, sondern entweder in Port Moresby auf unbestimmte Zeit einzulagern (oder selbst zu nutzen?), oder einfach wieder zurück zuschicken. Die Begründung ist, dass DHL ja schließlich ein eigenes Unternehmen ist und hier ihr eigenes Vertriebsnetz hat, genauso wie der zweite private Anbieter TNT. Schließlich würde PostPNG ja auch keine Päckchen von TNT bearbeiten. Hinweise von verschiedenen Seiten, dass “Deutsche Post DHL” und “DHL Express” nicht viel miteinander zu tun haben stießen bisher wohl auf taube Ohren. Das ist zum einen einfach ärgerlich und schade wenn man Päckchen und Pakete von Freunden oder Verwandten erwartet. Aber noch ätzender wenn es sich um Spenden oder Schulmaterialien handelt. Für uns ist das eigentlich nicht machbar weil wir für unsere Mädels darauf angewiesen sind die Materialien für den Unterricht zu bekommen.
Grund für diesen untragbaren Zustand ist zum Einen, man kann es leider nicht anders Sagen, die Unfähigkeit und Ignoranz und Geldgier einiger leider wichtigen Entscheidungsträger. Aber auch die Deutsche Post ist nicht so ganz unschuldig: weshalb muss das DHL-Logo auch auf ganz normalen Päckchen erscheinen? Dass sich DHL express nicht für Sendungen die von Deutsche Post DHL kommen verantwortlich fühlt ist selbstredend.

Hier wurde schon von einigen Seiten Briefe geschrieben, aber Papier ist geduldig (bzw. die Junkboxen der Email-Konten groß).
Also mein Aufruf an Alle wäre, falls ihr irgendwelche Verbindungen habt, macht auf dieses Problem aufmerksam. Ich weiß nicht wie es in anderen Ländern aussieht, wobei ich mir schon vorstellen könnte, dass das ein sehr PNG zentriertes Problem ist.
Und schickt erst mal nichts mehr, zumindest keine Pakete und Päckchen, wäre schade wenn sie einfach vor sich hingammeln oder wieder zurückkommen (u.U. mit massivem Nachporto).

Ansonsten genießen wir Logaweng, die Regenzeit ist auch am Abklingen und alles läuft schon auf die Graduation Anfang Dezember hin.
Unsere Mädels genießen es eine homeschool Volontärin zu haben und ich bin sehr froh nur noch ein bisschen Noemi unterrichten zu müssen.
Zur Zeit haben wir auch Verstärkung von zwei senior experts, die Markus zum einen die Last des Workshops abnehmen und sich auch sonst am Seminar nützlich machen. Markus ist sehr froh sich das erste Mal wirklich auf seinen Job, also das Unterrichten hier am Seminar konzentrieren zu können.
Ich bin seit Juli Studentin an der Flinders University in Australien, wo ich einen Master in Public Health mache. Ist ganz schön anstrengend und zeitaufwendig, aber macht riesig Spaß.

Freuen uns weiterhin auf Nachrichten von euch aus Nah und Fern.

LG
Christiane

Weihnachtsfeuer

24. Dezember 2012 22:48

Zur Zeit machen wir gerade Weihnachtsferien in Biliau. Sehr entspannend. Nele hat fast eine Woche bei Clera unserer ehemaligen Hausmeri geschlafen und es haben beide sichtlich genossen, allerdings ist Nele jetzt ziemlich erkaeltet. Musste ja ein Jahr baden am Riff nachholen…
Ansonsten kommen wir endlich mal dazu zu lesen und einfach unterm Mangobaum zu sitzen und zu warten bis wieder eine reife Frucht herunterfaellt um gleich in einem Magen zu verschwinden.

Heute wurden wir schon auf eine etwas andere Art geweckt: bei einem benachbarten Lehrerhaus brannte das hauskuk (ein extra Kochhaus) lichterloh. Geweckt hat uns das knallen des Bambus und kurz darauf kamen die Maedels ganz aufgeregt zu uns, dass da ein riesiges Feuer sei.
Markus und Jonnex, der Nachbarjunge sind gleich mit Wassereimern hin, aber da war nichts mehr zu retten. Das gute war, dass kein Wind ging und so das Feuer nicht aufs eigentlich Wohnhaus uebergriff. Somit kam keiner zu Schaden, das einzige was sie jedoch aus dem hauskuk retten konnten war ein kleiner Topf und ein Wassserkessel. Wir haben ihnen jetzt mit etwas Essen ausgeholfen und unsere Nachbarn haben ihnen noch einen Topf geliehen. Fuer sie ist jetzt erstmal das schlimmste, dass sie jetzt etwas bloed da stehen: zu dumm auf ein hauskuk aufzupassen. Das gute ist, dass gerade Ferien sind und somit nicht all zu viele Leute hier und schon gar nicht in der Schule sind.

Gestern haben uns noch Honeringkes – Pfr. Honeringke ist der ehemalige Dekan des Dekanates Biliau, mit dem Markus waehrend unserer Zeit hier sehr eng zusammen gearbeitet hat – ein bisschen von dieser Lehrerfamilie erzaehlt. Das passt sehr gut zu Weihnachten.
Beide sind eigentlich Lehrer, er hat allerdings immer wieder seine ganze Familie tyrannisiert – was hier leider nicht selten ist. Der Frau wurde es irgendwann zu bunt staendig verpruegelt zu werden und nur noch in Angst zu leben und sie hat bei der Schulbehoerde beantragt an eine andere Schule versetzt zu werden. So kam sie nach Biliau. Ihr Mann wurde Direktor an einer anderen Schule (leider auch all zu typisch fuer PNG). Die Kinder wollten alle vom Vater nichts mehr wissen und sind mit der Mutter mit.
Dann kam der Vater zu Besuch. Beim ersten Mal war es wie sonst auch immer und die Frau hat ihn rausgeschmissen. Beim zweitenmal war er sehr betroeppelt und friedlich. Pfarrer Honeringke hat sich mit ihm hingesetzt und lange mit ihm gesprochen. Einige Zeit spaeter gab es noch Bibelabende in Biliau, da sass er wohl drin wie ein kleines Kind vor dem Weihnachtsgeschenke-Berg. Und im Nachhinein erzaehlte er, dass Gott einfach den ganzen Groll und Gewalt aus ihm herausgerissen hat. Seitdem ist er wohl einer der friedfertigsten Maenner hier.

Mit Weihnachten kam die frohmachende Botschaft in die Welt. Nun live zu sehen wie sie umgesetzt wird ist einfach ein kleines Weihnachtswunder.

In diesem Sinne euch Allen wo auch immer ihr Weihnachten verbringen moegt eine gesegnete Zeit!

Christiane

Ein Lebenszeichen aus Logaweng

24. November 2012 08:57

Einige dachten wahrscheinlich schon dieser Blog ist im Sande verlaufen. Versuche jetzt mal ihn wieder etwas zu aktivieren.
Logaweng wo wir ja mittlerweile schon seit einem Jahr wohnen ist wirklich sehr anders im Vergleich zu unserem Leben in Biliau.
Wir haben hier zur Zeit ca. 80 Studenten im 1. 2. 3. und 5. Jahre.
Im 4. Jahr ist hier das Vikariat und somit fehlt immer ein Jahrgang. Ab dem 2. Jahr sollen/müssen die Studenten ihre Frau mit hier her bringen so sie eine haben.
Unterrichtet wird so ein Querschnitt von Neuen Testament, Alten Testament, Kirchengeschichte, Dogmatik, etwas Pfarramtsführung, Liturgie, Ethik und auch etwas Englisch. Der Unterricht läuft in Tok Pisin.
Um 7:00 beginnt die 1. Stunde!! Das war eine ganz schöne Umstellung. Danach gibt es einen kleinen Gottesdienst und bis 12:00 geht es weiter mit Unterricht. Nachmittags ist zum lernen, Garten machen (die Studenten müssen sich alle selbst versorgen, bekommen dafür aber ein Land zugewiesen), diverse kleine Jobs und zweimal die Woche Gemeinschaftsarbeiten, wie Rasen und Hecken schneiden, Straße ausbessern, Unkraut rupfen… da müssen auch die Frauen ran.

Markus unterrichtet zur Zeit 12h, das klingt zwar nicht viel aber dazu kommt noch die Station und die Werkstatt am Laufen zu halten, da dafür momentan kein Mitarbeiter da ist. Zwischenzeitlich war er auch kommissarischer Schatzmeister, nachdem der Kollege, der dies sonst macht im Urlaub war. Zudem kommt noch ein Haufen Verwaltungsarbeit von den Partnerkirchen.
Das ist auch ein Grund weshalb dieser Blog sehr schleifen gelassen wurde, wir haben oft am Abend bzw. oft erst in der Nacht einfach keinen großen Nerv mehr noch einen Blogeintrag zu schreiben.
Außer uns und unseren Nachbarn, die schon seit zehn Jahren hier arbeiten, gibt es noch 6 Einheimische und einen Pfarrer von den Philippinen die hier unterrichten. Rektor ist ein einheimischer Pfarrer, Pastor Kedabing. Seit neuestem haben wir noch eine amerikanische Pastorin als Kollegin..

Die Frauen bekommen hier auch ein bisschen Unterricht, einige die weder Lesen noch Schreiben können bekommen einen Lese- und Schreibkurs. Neulich hat eine von ihnen die Liturgie und die Lesung in einem Gottesdienst für die Mamas gemacht, war richtig gut und sie war auch mächtig stolz. Ansonsten gibt es noch Nähunterricht, eine kleine Einführung in Altes und Neues Testament und andere biblische Themen, Kindergottesdienst, Gesundheitserziehung und Geburtshilfe. Letzteres darf ich unterrichten. Meine Ahnung von Geburtshilfe ist zwar eher theoretisch, aber in den Jahren habe ich ja jetzt auch schon einiges zu sehen bekommen. Außerdem habe ich mich noch mit einer neuguinesischen Hebamme getroffen. Es macht auf jeden Fall sehr viel Spaß und die Frauen haben auch ihren Spaß dabei. Nele unterrichte ich auch noch, mittlerweile ist sie schon 4. Klässlerin. Ein bisschen Unterstützung habe ich da jetzt durch Tanja, die neue Volontärin aus Deutschland bekommen. Sie ist eigentlich für das Semin

ar da, aber wir haben einen Tag für Nele rausgehandelt. Das tut glaube ich sowohl Nele als auch mir ganz gut.

Wir haben dieses Jahr auch schon unsere erste “richtige” Regenzeit hier in PNG mitgekriegt. – In Biliau war es ja das ganze Jahr über eher trocken. Es hat teilweise 3 Wochen am Stück nur geregnet und zwar richtig. Die Folge davon war, dass eine sehr wichtige Verbindungsbrücke an der Küstenstraße jetzt im Nichts endet, da der darunter liegende Fluß Mape, ca. 30m Land weg gespült hat. D.h. die Menschen müssen jetzt mit einem PMV (öffentliche Busse) bis zur Brücke fahren, dort alles auf ein Kanu um laden, rüber paddeln und wieder hoffen einen PMV auf der anderen Seite zu bekommen.
Das bedeutet auch, dass die Marktsituation, sprich alles Essbare, ziemlich eingeschränkt ist. Bis das wieder repariert wird, bzw. eine neue Brücke gebaut wird, werden sicher noch ein zwei Jahre vergehen…

Das war’s erstmal einfach um euch mal seit langem wieder einen kleinen Einblick in unser Leben am anderen Anfang der Welt zu geben;-)

Christiane

Weihnachten und so

24. Dezember 2011 21:36

Wir sind jetzt also mehr oder weniger erfolgreich umgezogen. Das ganze hat sich leider über längere Zeit hingezogen, nachdem Lutheran Shipping just an dem Tag als sie unser Cargo in Biliau holen sollten begonnen hat zu streiken. Da saßen wir 1 Woche auf gepackten Tonnen und Kisten und harrten der Dinge die da kamen. Als es endlich soweit war gab es noch einen sehr tränenreichen Abschied und wir waren sehr froh uns entschieden zu haben gleich am selben Tag wie unser Cargo Biliau zu verlassen. Noch mehr Abschied hätten wir alle nicht ertragen.

Danach hatten wir kaum noch Zeit unser Auto und unser Boot zu verkaufen, weil wir ja nach Lae und dann weiter nach Finschhafen mussten. Es gibt von Lae einen relativ regelmässigen Schiffsverkehr von Luship mit einem Katameran. Da ist man so 3-4 Stunden unterwegs, es gibt sogar eine 1.Klasse mit zerschlissenen Kunstleder-Eckbank und manchmal funktionierender Klimaanlage. Leider sind wir alle nur Dhingi, also kleine Motorboote an frischer Luft gewöhnt und so haben die Mädels beide gut “Fische gefüttert”, obwohl das Meer wirklich sehr ruhig war. Mir ging es auch nicht besonders und ich glaube das nächste Mal pfeifen wir auf die Ledereckbank und lassen uns lieber den Wind ein bisschen um die Nase wehen.

Logaweng unser neuer Wohn und Wirkungsort ist eine Ausbildungsstätte für lutherische Pastoren, aber dazu ein andermal mehr.
Es liegt sehr schön, ca. 300m über dem Meeresspiegel und man hat wirklich einen Klasse Bilck aufs Meer. Unser Haus ist schön groß und geräumig. Leider auch ziemlich vollgestopft von diversen Vorbewohnern. Da waren wir erstmal nicht so böse, das es wieder mal Verzögerung mit unserem Cargo gab und wir erst mal Tabularasa und eine Putz und Säuberungsaktion durchführen konnten.
Außerdem kamen wir noch passend zur Graduation des diesjährigen Pastorenjahrgangs, es wurde uns also in keinsterweise langweilig.

Nele hat schon eine neue Freundin gefunden, obwohl sie ihren Freunden in Biliau immer noch sehr nachtrauert. Noemi erkundet mit ihrem Fahrrad die Umgebung. Und Enok ist schon kleiner “wokboi” (Arbeiter) im wokshop vom Seminar, der gleich hinter unserem Haus ist, da rennt er nämlich am liebsten hin um sich an einem der vielen kaputten Rasenmähern zu schaffen zu machen.

Wenn sich unser Chaos mal gelegt hat und wir aus unserm Urlaub aus Australien zurück sind werden wir mal ausführlicher zu unserem neuen Wohnort und was wir hier eigentlich tun bloggen!!

Wir wünschen euch jetzt erstmal ein gesegnetes Christfest und einen gutes erfülltes neues Jahr!!!

Christiane, Markus und die kids

Umzug a la PNG

2. November 2011 14:09

Jetzt ist es bald soweit am 14. oder 15. November soll unser Cargo hier in Biliau abgeholt werden. Wahrscheinlich kommt es dann Ende November in Finschhafen an.
Die heiße Phase des Packens hat begonnen, wurde aber leider immer wieder kranheitsbedingt unterbrochen. Mittlerweile sind aber alle wieder relativ fit.

Letzten Sonntag gab es dann noch großes amamas-kaikai (Festessen) mit den Biliaus und einigen die noch aus anderen Orten kamen. Es gab ein großes Mumu, das ist ein Erdofen, der wurde mit Schwein, Huhn und allem möglichen Gemüse gefüllt. Das Schwein bekam sogar eine Spezialbehandlung: es kam erst für einige Stunden in einen sog. Drum-Oven. Das ist ein Ofen aus einer großen Metalltonne hergestellt. Erst danach kam es in den Erdofen, so war es wirklich durch und nicht wie so oft, dass es noch ein paar halbgare Stellen gibt. Sogar richtiges Gulasch mit Karotten und Kartoffeln haben wir bekommen. Die Kids haben jedoch die Schweinestücke direkt aus dem Mumu mit Kaukau (Süßkartoffel) und Yam dem Gulasch vorgezogen, sind halt einfach Niugini-Kinder!
Danach gab es noch ein paar Reden, aber die wurden ziemlich kurz gehalten, weil Markus noch immer etwas wackelig auf den Beinen war (er hat sich die Woche davor eine Malaria begleitet von einer Bronchitis eingefangen). Und am Schluß noch großes sekhan (händeschütteln) mit haufenweise Geschenken.

Diese Woche werden wir noch ein paar Leute einladen, wie z.B. Honeringke und seine Familie. Sie sind hier unsere direkten Nachbarn und wir haben ihnen wirklich sehr viel zu verdanken und auch sehr viel von ihnen gelernt. Und so heißt es nach und nach Abschied nehmen, was uns in manchen Fällen wirklich sehr schwer fällt. Vor allem Nele kostet hier ihre Zeit noch richtig aus, ihr wird es hier mit am schwersten fallen. Noemi versteht es noch nicht so ganz, dass sie ihre Freunde nicht mitnehmen kann, sie freut sich vor allem auf das Trampolin, das in Logaweng schon auf sie wartet…
Enok wird seine “namba tu mama” (zweite Mama) sehr vermissen, zu Clera sagt er nämlich auch Mama…

Also die Zeit momentan ist einfach sehr anstrengend körperlich wie emotional. Wir gehen zwar nicht aus PNG aber viele hier aus Biliau werden wir wahrscheinlich nicht mehr sehen.
Aber wie es hier so schön heißt “mipela i go wantaim sori na wantaim amamas” – wir gehen traurig aber auch freudig, freudig auf das was wir hier erleben und teilen durften aber auch freudig auf die neuen Aufgaben in einem Seminar.

Unsere neue Adresse lautet übrigens:

Senior Flierl Seminary
Paulsteiner family
Privat Mailbag Logaweng
Finschhafen
Morobe Province
PNG

So long,
Christiane